Gestaltung Staldenstraße Wenn Wohnbauträger und Gemeinde sich zusammentun

Rund um die Wohnprojekte Alte Feuerwehr (Hiessberger Gohm Architekten) und Grüner Baum (Planschmiede - Wolfgang Fetty) entstanden in der Staldenstraße in Lustenau zwei kleine Plätze und ein einheitlich gestaltetes Straßenbild. Das ist nur möglich, wenn der Bauplatz nicht an der Grundstücksgrenze endet, sondern Wohnbauträger und die Gemeinde gemeinsamen planen.

Projektbeschreibung

Die viel befahrene Gemeindestraße mit zwei sich kreuzenden Buslinien wurde verkehrsberuhigt, grüner, vielfältiger und entlang der beiden neuen Wohnprojekte einheitlich gestaltet.

Die raumbildende Wirkung von Bäumen und die einheitliche Materialisierung sind Leitmotive der Gestaltung. Baumtore mit befahrbaren Baumscheiben gliedern und verengen die Staldenstraße, wodurch eine gezielte Verkehrsberuhigung und eine Aufwertung des Straßenraums geschaffen werden. Die Bauminseln mit geplanten Magerwiesen-Unterpflanzungen fungieren als wiederkehrendes, identitätsstiftendes Gestaltungselement und passen sich in ihrer Dimension an die jeweiligen stadträumlichen Situationen an. Angelehnt an das System „Schwammstadt“ sichern unterirdische Baumquartiere mit Grobschlaggerüst und eingeschlämmtem Baumsubstrat langfristig die Vitalität der Vegetation. Aufgrund der ausreichenden lokalen Niederschlagsverhältnisse wurde auf ein separates Bewässerungssystem verzichtet. Die Auswahl klimaresilienter, überwiegend heimischer und ortserprobter Baumarten mit hohem Biodiversitätsindex gewährleistet ökologische Stabilität und eine einheitliche Ästhetik. Die pflegeextensive Bepflanzung mit artenreichen Saumstrukturen und Staudenpflanzungen gliedert den Raum, ohne ihn einzugrenzen.

Sowohl bei der „Alten Feuerwehr“ als auch beim „Grünen Baum“ weitet sich der Straßenraum zu kleinen Plätzen, welche quartiersbezogene Freiräume zur Kommunikation und Begegnung bieten. Beim gemeinnützigen Wohnbau „Alte Feuerwehr“ wurde auch der wohnungsbezogene Freiraum geplant. Jede Wohnung erhält eine Loggia, auf Privatgärten wird zugunsten der Allgemeinflächen verzichtet. Eine frei bespielbare Wiese mit Einzelbäumen und Hängematten, Spielgeräte und einem Sitzplatz fördern das Zusammenleben der Bewohner:innen. Die neu geschaffene öffentliche Durchwegung erlaubt kurze Wege im Quartier und die Möglichkeit zum Radfahren für Kindern.

Das Ergebnis ist ein resilienter und einladender Freiraum, der Klimaanpassung, Ökologie und Alltagsnutzung in einer einheitlichen Gestaltung verbindet.

Eckdaten

Status
abgeschlossen
Auftraggeber
Marktgemeinde Lustenau und VOGEWOSI
Ort
Lustenau
Aufgaben
Freiraumplanung
Zeitraum
2020-2023
Partner
Architektur: Gohm Hiessberger Architekten ZT, Planschmiede gmbH, Bauleitung: Adler+Partner ZT GmbH, Verkehrsplanung: Verkehrsingenieure Gächter Lampert Fritz (Feldkirch), Generalunternehmer: Nägele Wohn- und Projektbau GmbH (Sulz), Grünflächen: Rasen Matt (Göfis)
Team
Gudrun Sturn, Elisabeth Esterer-Vogel, Natalie Krieg, Laura Bonetti