Radweg Bürs Alles fließt
Gute und sichere Wege, die Aufenthaltsqualität und Raum für Biodiversität bieten, werten Gemeinden nachhaltig auf. Das Bürser Projekt fördert das Radfahren, lädt zum Spazieren ein und schafft Raum für Begegnung.
Projektbeschreibung
Die „Drift“ war ein kleines, geziegeltes Aquädukt mit einer Druckrohrleitung für das Kraftwerk der Firma Getzner. Die Leitung konnte in den Untergrund verlegt werden, das Aquädukt verschwand und es entstand neuer nutzbarer Freiraum. Die Gemeinde Bürs nutzte diese Gelegenheit und wollte einen neuen Fuß- und Radweg entlang des Alvierbaches schaffen. Ziel war die Entstehung einer attraktiven Alternativverbindung mit Sitzplatz am Bach. Zusätzlich sollte die Schulwegverbindung sicherer gestaltet werden. Da der Weg Teil der Landesradroute ist, wurde er vom Land Vorarlberg mitgestaltet und mitfinanziert. Der geplante Weg führte durch eine ökologisch wertvolle Gehölzinsel, weshalb es durch die Naturschutz-Abteilung der Bezirkshauptmannschaft Bludenz die Auflage gab, flächenschonend zu planen und Ausgleichsmaßnahmen vorzunehmen, so gesellte sich zur Infrastrukturplanung (Breuß & Mähr) die Landschaftsplanung.
Der neue Fuß- und Radweg ist 3,50 Meter breit und liegt direkt am Bach. Der Alvier, ein mit Mauern gefasster Nebenbach der Ill, wird nach wie vor für das Kraftwerk genutzt und immer wieder geflutet. An der flachsten Stelle betten sich nun Sitzstufen in die Flussmauer ein. Aufgrund der wechselnden Hochwässer und der Flutungen enden die Stufen nicht im Flussbett; sie sind von Pflanzbeeten gerahmt. Im Bereich des Radweges entstand hier am Bach eine großzügige Grünfläche, die mit Weiden und blühenden Säumen, Totholz und Steinen viel Biodiversität zulässt und einen Ersatz für die frühere Gehölzinsel bietet. Ein Damm mit Bäumen konnte erhalten bleiben. Die Unterpflanzung und die Eschen wurden gelichtet und durch eine Wildsträucherhecke mit Vogelnährgehölzen ersetzt und großzügig ergänzt. Konsequent wurden kleine Flächen entlang des Radweges mit Magerwiesen bepflanzt.
Die Brücke über den Alvierbach war eine besondere Herausforderung des Projekts. Der Radweg quert schräg die Spur von Autos und Schulweg. Die Enge der bestehenden Brücke wurde von der Gemeinde positiv bewertet, da sie das Tempo auf dem Schulweg automatisch drosselte. Die neue Brücke führt den Autoverkehr einspurig, gewährt Fußgängerinnen und Fußgängern sowie Radfahrenden viel Raum und weitet sich konisch auf. Die Trennung von Fahrbahn und Fußweg wird durch Beete mit Bäumen, Sitzblöcken aus Stein und eine farbige Gestaltung des Schulwegs baulich und gestalterisch verstärkt.
Eckdaten
- Status
- abgeschlossen
- Auftraggeber
- Gemeinde Bürs
- Ort
- Bürs
- Aufgaben
- Freiraumplanung, ökologische Begleitung, Straße Radweg Alvier, zwischen Alviergässle und Judavollstraße
- Zeitraum
- 2021-2024
- Partner
- breuß mähr bauingenieure gmbh, Dr. Brugger & Partner ZT GmbH, Peter Moosbrugger, Radwegkoordinator
- Team
- Gudrun Sturn, Elisabeth Esterer-Vogel, Natalie Krieg, Romana Steinparzer
- Förderung
- Land Vorarlberg, Bund