Senferei Lustenau Im Betriebsgebiet „Heitere“ dreht sich alles um den Senf

Die Senferei bietet – für ein Industriegebiet untypisch – ökologisch wertvolle Freiräume, die Artenvielfalt fördern und eine für Menschen angenehme Atmosphäre schaffen. Die Gestaltung des Freiraums transportiert die Werte des Unternehmens nach Außen und macht die DNA der Marke Lustenauer Senf mit allen Sinnen erfahrbar.

Projektbeschreibung

In Lustenau, direkt an der Grenze zum Naturraum Lustenauer Ried, entsteht das neue Betriebsgebiet „Heitere“, nach und nach siedeln sich dort Unternehmen an. Das Traditionsunternehmen Lustenauer Senf hat hier eine neue Betriebsstätte errichtet, die Produktion, Lager, Büros und einen Shop mit Schauraum für Verkostungen und Events an einem Standort vereint. In enger Kooperation zwischen Architektin Julia Kick (Gebäude) und Landschaftsarchitektin Gudrun Sturn entstand die Senferei.

Gerade im Industriegebiet steckt ungeheuer viel Potenzial, das genutzt werden sollte, nicht nur wegen der notwendigen Anpassung an den Klimawandel. Anstelle eines grauen Asphaltparkplatzes gedeiht hier ein vielfältiger Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen. Der Industriebau ist eingebettet in neu geschaffene, ortstypische Habitate. Das Areal ist gut mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß erreichbar die Gestaltung der Terrasse lädt zum Verweilen ein, der Standort bietet eine schöne Aussicht in Lustenauer Ried.

Der Vorplatz umfasst eine klar geregelte Lieferzone für LKW, eine E-Ladestation und mit Bäumen beschattete Besucherstellplätze für PKWs. Der Eingang bildet ein einladendes Entree mit Fahrradabstellplätzen und einer Holzterrasse in einer blühenden Wiese. Oberflächen bleiben bis auf die Anlieferzone unversiegelt, damit Regenwasser versickern kann. Da sich die angrenzende Zubringerstraße derzeit noch im Bau befindet, wird ein Teil des Vorplatzes erst nach Fertigstellung der Straße gestaltet.

Der übrige Außenraum knüpft an die umgebende Landschaft des Lustenauer Rieds an: hier gedeihen Magerwiesen, Wildsträucherhecken und heimische Bäume. Das Regenwasser des Gebäudes wird in ein Retentionsbecken geleitet, welches mit Lehm abgedichtet und als dauerhaftes Feuchtbiotop gestaltet wurde. Durch unterschiedlich tiefe Zonen werden wertvolle Habitate für Amphibien und Wasserpflanzen geschaffen.

Fassaden- und Dachbegrünungen tragen zum besseren Mikroklima bei. Die begrünten Dächer bieten zusätzliche Lebensräume: Das obere Dach kombiniert Photovoltaik mit extensiver Begrünung (Kraut-Sedum-Bepflanzung), das untere Dach ist als Biodiversitätsdach mit Totholzelementen, einer kleinen Wasserfläche und reicher Blütenvielfalt ausgeführt.

Die Farbwelt des Senfs dient als subtiler Leitgedanke: Gelb zieht sich als Motiv durch die Pflanzenauswahl – von heimischen Wildblumen über Gehölze mit gelber Herbstfärbung bis zu blühenden Stauden entlang der Wege.

Eckdaten

Status
abgeschlossen
Auftraggeber
Lustenauer Senf
Ort
Lustenau
Aufgaben
Freiraumplanung
Zeitraum
2022-2024
Partner
Architektur: Julia Kick Architekten, Bauleitung: Martin Hämmerle, Julia Kick, Statiker: Martin Fetz, Verkehrsplanung: Verkehrsingenieure (Feldkirch), Geotechnik: Geotechnik 3P (Bregenz), Entwässerung: Rudhardt, Gasser, Pfefferkorn (Bregenz)
Team
Gudrun Sturn, Elisabeth Esterer-Vogel, Jonas Barth, Romana Steinparzer