LEERSTANDS-UNIT

UNIT-LEERSTAND
im Rahmen des usgnutzt-Festivals

FrEITAG, 9.30 – 11.30
Der erste Vormittag des Festivals stand ganz im Zeichen der Kinder. Gemeinsam mit der dritten Klasse der Volksschule Röthis erarbeitete das Organisationsteam Gudrun Sturn und Johannes Herburger Wissenswertes zum Thema Leerstand.

Die Klasse besichtigte die Werkstatt und mutmaßte, wozu dieses Gebäude errichtet wurde: Ein Kunstraum, ein Laden, ein Lager! Eine „Weinerei“ meinte ein Mädchen richtigerweise. Die Tischlerei wurde ursprünglich als Torkelgebäude (Presshaus) einer Winzereigenossenschaft errichtet, stand später leer, wurde verkauft und als Tischlerwerkstatt adaptiert. Hier wird sichtbar, dass Strukturwandel in der Wirtschaft ein Grund für Leerstand sein kann.

Dass Zahlen und Statistik nicht langweilig sind, zeigte sich bei einigen Aufstellungen. Zwanzig Kinder – auf der einen Seite standen zehn Mädchen, auf der anderen zehn Buben, – also 50/50. Aber wie ist die Aufteilung bei der Wohntypologie – Einfamilienhaus, Doppelhaus, Reihenhaus, Mehrparteienhaus? Entspricht das dem Durchschnitt in Vorarlberg? Großes Staunen gab es vor allem bei der durchschnittlichen Haushaltsgröße in Vorarlberg. Die Klasse hat klarerweise im Vergleich zu Vorarlberg viele 3-4 Personenhaushalte und auch einige Haushalte mit mehr als 4 Personen, dafür gibt es keine 1-2 Personenhaushalte. Dass die Realität anders ist verdeutlichte die Aufstellung: ein einzelnes Mädchen stand einsam bei den Mehrpersonenhaushalten und 12 Kinder (60%) bei den Kleinsthaushalten.

Danach spazierten die munteren Drittklässler zu drei Leerständen in der Nachbarschaft. Was erzählt ein Gebäude? Die Klasse spekulierte über die frühere Nutzung der Gebäude, entdeckte mit viel Neugierde verwahrloste, überwucherte und ungepflegte Seiten des Leerstands. Eröffnet die Unordnung mehr Möglichkeiten?

Zurück in der Werkstatt durfte sich jedes Kind einen der besichtigten Leerständen auswählen und malen oder schreiben, wie es dieses Gebäude nutzen würde. Die Vorschläge zur Leerstandsbelebung wurden an einer Wand ausgestellt. Es zeigte sich eindeutig, dass die Kinder sehr offen sind und schnell verstanden haben, wo die Problematik des Leerstands liegt.

mit Unterstützung des vai
„Unit Architektur – Baukultur im Unterricht“
Der vorbereitete Workshop kann auch von anderen Schulen über das vai gebucht werden.
http://www.unitarchitektur.at/

 

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