INVASION DER FORM

Spielerische Übernahme des Stadt-Territoriums Gehsteig

 

 

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KANN STRASSE WIEDER SPIELORT SEIN?
Heute sind Räume speziell für Kinder gestaltet & konzipiert, (Spielplatz, Schule, Kindergarten). Verbindet werden diese Orte über die Straße, deren Erscheinungsbild dominiert wird von verkehrstechnischen Infrastrukturen: Ampeln, Kanaldeckel, Straßenschilder, Poller.

INVASION DER FORM
Eine Form macht sich auf zur Invasion der Alltagswege von Kindern. In vier Farben erobert sie spielerisch das Stadt-Territorium Gehsteig. Auf dem langen Streifen balanciere ich! Kann ich vom einen Kreuz zum nächsten hüpfen? Im Zickzackkurs zieht die Form über den Gehsteig. Mein längerer Weg fühlt sich kürzer an. Verdichtet und wieder aufgelöst. Wie viele Formen sind es von zu Hause bis zur Schule?

MITMACH INVASION
Kinder, Eltern, Pädagog*innen bemalen ihre Gehsteige. Die Reduktion auf eine Form und vier Farben bilden den gestalterischen Rahmen. Die Partizipation stärkt die Identifikation mit dem Stadtraum im Grätzel und Gemeinschaft wird gelebt.
Mit einfachsten Mitteln mutiert der Gehsteig zum bunten Spielort für alle.

INVASION DER PUNKTE – PROJEKTBEISPIEL RÖTHIS
In der kleinen Gemeinde Röthis in Vorarlberg wurde eine Invasion mit Punkten umgesetzt. Das Farbkonzept stammt von der Künstlerin Denise Kopf, das sie in einem Kunstprojekt an der Volkssschule entwickelte. In Röthis eroberten die Punkte nicht nur den Gehsteig sondern die verkehtsberuhigte Straße zwischen Kindergarten und Schule und Teile des Schulwegs. Die Kinder durften innerhalb des Kreises frei gestalten.

ORTSSPEZIFISCH
Ausgehend von Schule oder Kindergarten wird die Invasion gestartet. Das Farbkonzept und die Wahl Form (Dreiecke, Tränen, Balken, Punkte, Polygone, Pfeile, etc. ) wird in Absprache mit den Beteiligten von FRAU STURN entwickelt. Jeder Ausgangspunkt erhält dadurch eine eigene Identität. Für jedes Kind, das mitmacht wird ein besonderer Bezug zur Stadtumgebung geschaffen.

EINFACHE MITTEL
Die Handhabung von Farben ist kinderleicht, die Kosten sind überschaubar. Die Form wird von FRAU STURN mit Kreide vorgezeichnet, beteiligte Erwachsene malen die Ränder, Kinder gestalten die Fläche. Gerade in dieser Einfachheit liegt die Stärke.

SKEPSIS
Ist das sicher? Kinder laufen dann in die Straße, behindern Fußgänger*innen. Die Invasion der Form macht Kinder im Straßenraum und der Gesellschaft sichtbar. Der sichere Ort Gehsteig wird zum Raum des Aufennthalts. Für eine konkrete Umsetzung in Wien braucht es erfahrungsgemäß vor allem bei den Fachabteilungen (MA 28, MA 46) Überzeugungskraft. Ein klares Befürwortung der Stadt kann das deutlich vereinfachen.

 

 

 

 

 

 

LEERSTANDS-UNIT

UNIT-LEERSTAND
im Rahmen des usgnutzt-Festivals

FrEITAG, 9.30 – 11.30
Der erste Vormittag des Festivals stand ganz im Zeichen der Kinder. Gemeinsam mit der dritten Klasse der Volksschule Röthis erarbeitete das Organisationsteam Gudrun Sturn und Johannes Herburger Wissenswertes zum Thema Leerstand.

Die Klasse besichtigte die Werkstatt und mutmaßte, wozu dieses Gebäude errichtet wurde: Ein Kunstraum, ein Laden, ein Lager! Eine „Weinerei“ meinte ein Mädchen richtigerweise. Die Tischlerei wurde ursprünglich als Torkelgebäude (Presshaus) einer Winzereigenossenschaft errichtet, stand später leer, wurde verkauft und als Tischlerwerkstatt adaptiert. Hier wird sichtbar, dass Strukturwandel in der Wirtschaft ein Grund für Leerstand sein kann.

Dass Zahlen und Statistik nicht langweilig sind, zeigte sich bei einigen Aufstellungen. Zwanzig Kinder – auf der einen Seite standen zehn Mädchen, auf der anderen zehn Buben, – also 50/50. Aber wie ist die Aufteilung bei der Wohntypologie – Einfamilienhaus, Doppelhaus, Reihenhaus, Mehrparteienhaus? Entspricht das dem Durchschnitt in Vorarlberg? Großes Staunen gab es vor allem bei der durchschnittlichen Haushaltsgröße in Vorarlberg. Die Klasse hat klarerweise im Vergleich zu Vorarlberg viele 3-4 Personenhaushalte und auch einige Haushalte mit mehr als 4 Personen, dafür gibt es keine 1-2 Personenhaushalte. Dass die Realität anders ist verdeutlichte die Aufstellung: ein einzelnes Mädchen stand einsam bei den Mehrpersonenhaushalten und 12 Kinder (60%) bei den Kleinsthaushalten.

Danach spazierten die munteren Drittklässler zu drei Leerständen in der Nachbarschaft. Was erzählt ein Gebäude? Die Klasse spekulierte über die frühere Nutzung der Gebäude, entdeckte mit viel Neugierde verwahrloste, überwucherte und ungepflegte Seiten des Leerstands. Eröffnet die Unordnung mehr Möglichkeiten?

Zurück in der Werkstatt durfte sich jedes Kind einen der besichtigten Leerständen auswählen und malen oder schreiben, wie es dieses Gebäude nutzen würde. Die Vorschläge zur Leerstandsbelebung wurden an einer Wand ausgestellt. Es zeigte sich eindeutig, dass die Kinder sehr offen sind und schnell verstanden haben, wo die Problematik des Leerstands liegt.

mit Unterstützung des vai
„Unit Architektur – Baukultur im Unterricht“
Der vorbereitete Workshop kann auch von anderen Schulen über das vai gebucht werden.
http://www.unitarchitektur.at/

 

USGNUTZT-Runder Tisch

Samstag, 10. Juni 2017
17:00
Runder Tisch


usgnutzt runder tisch
Das Thema Leerstand hat verschiedene gesellschaftliche Aspekte und Auswirkungen. Zum Runden Tisch sind aus verschiedenen Disziplinen Expertinnen und Experten eingeladen. Johannes Herburger und Frau Sturn moderieren und laden das Publikum zur Diskussion ein.

Soziales Michael Diettrich Verein Dowas

Architektur Verena Konrad vai Vorarlberg Architekturinstitut

Regionalentwicklung Josef Mathis vau hoch drei

Energie Paul Stampfl alpS

Kultur Brigitta Soraperra IG-Kultur

Raumplanung Christoph Breuer Verein Bodenfreiheit

USGNUTZT-IMPULSE

 

Impulsvortäge und Diskussion zu beispielhaften Leerstands-Projekten aus Österreich

NEST-Agentur für Leerstandsmanagement
Architekt Lukas Böckle, Wien

„In ist, wer drin ist“
Geograf Peter Görgl, Niederösterreich
Modul 5, Raumforschung & Raumkommunikation

Geisterhäuser Lustenau
Architektin Julia Kick

mama – Räume am Rand
Architekt Martin Mackowitz und Franziska Möhrle

POTENTIALe in Feldkrich
Eventmanager  Ingo Türtscher
POTENTIALe – Ein Kulturfestival zur Stadtraumgestaltung in Feldkirch

im Anschluss:
The good old curly tails

Konzert von „The good old curly tails“
Blues, Country & Rock’n’Roll. mit 2 Akustik-Gitarren, einer groovenden Cajon sowie einer bluesigen Stimme

im Rahmen des usgnutzt-Festivals
Am Freitag Abend folgten dann fünf Impulsvorträge mit einer anschließenden Podiumsdiskussion, welche von rund 80 Personen besucht wurde. Die Vortragenden zeigten die Komplexität der Thematik anhand von konkreten Beispielen perfekt auf.

Die Impulsvorträge beleuchteten die unterschiedlichen Maßstabsebenen: von Maßnahmen des Landes Niederösterreich (Peter Görgl), über die Gemeindeebene (Julia Kick) und Stadtteilebene (Ingo Türtscher) bis hin zur Ebene des öffentlichen Raums (Martin Mackowitz & Franziska Möhrle) und der konkreten Einzelprojektebene (Lukas Böckle & Angie Schmied). Aber auch die unterschiedlichen Arten des Leerstands wurden betrachtet. Wie können Wohngebäude, Geschäftsflächen oder der öffentliche Raum wieder belebt werden? All das wurde diskutiert.

Zentrale Erkenntnis dieses Abends: Es braucht eine Vielzahl an innovativen und mutigen Einzelinitiativen, die in eine übergeordnete Strategie eingebettet werden. Kompetenzen, Aufgaben und Verbindlichkeiten zwischen den unterschiedlichen Gebietskörperschaftsebenen müssen klar definiert werden. Über die Einzelinitiativen können Ängste abgebaut, ein neuer Zugang zur Thematik Leerstand gelegt und kreative Formen der Zwischen- und Umnutzung erprobt werden. Leerstand ist nicht zuletzt auch Freiraum für Experimente.

Zur Mobilisierung des Leerstands müssen die EigentümerInnen aber niederschwellig angesprochen und von ihren individuellen Vorteilen überzeugt werden. Es braucht also attraktive Angebote für EigentümerInnen und klare Grenzen für SpekulantInnen.

 

USGNUTZT-AUSSTELLUNG

täglich

usgnutzt ausstellungDrei Künstlerinnen nutzen die leerstehenden Räume und präsentieren ihre künstlerischen Arbeiten.

Susanne Baumgartner, Öl – Wien
Heinrich Mathes, Fotografie – Bregenz und Wien
Karin Arnold, Acryl – Kriessern
Brigitte Mayer, Acryl – Sulz

Weinrausch
Historisches über die Kultur des Weinbaus in Röthis von Elmar Sturn

Die Ausstellung ist am Freitag 9. Juni ab 16 Uhr zu sehen. Die Eröffnung findet im Rahmen von „Kunscht im Kear“ statt.

Vernissage

am Samstag 10.6.2017 um 11 Uhr in Anwesenheit der Künstlerinnen.
Es singt der Kontakt-Chor
Der Kontakt-Chor ist ein wöchentlich stattfindendes „Singen mit Flüchtlingen“ unter der musikalischen Leitung von Mag. Ulrich Gabriel alias GAUL. Die Ausstellungen finden im Rahmen von „Kunscht im Kear“ statt.

Susanne Baumgartner

„ Susanne Baumgartners Bilder sind vielschichtige malerische Logbücher, die Fragmente des Alltags und Zitate aus der Literatur und Kunst zu feinen hintersinnigen Kunstwerken verweben. Realität, Traum und Imagination fließen ineinander, Gegensätze und Widersprüche, Leerstellen und Verdichtungen prallen aufeinander. Die verästelten Strukturen und Linien brechen nur scheinbar monochrom anmutende Flächen und geben den Blick auf fremde Landstriche frei.“ Susanne Schaber

geboren 1959 in Wien
Studium der Architektur an der TU Wien, Diplom 1987
Zusammenarbeit mit verschiedenen Büros, Arbeiten im Bereich Architektur und Architekturforschung
Malerei seit Mitte der 80er Jahre

Heinrich Mathes

Die unter dem Titel Easy Pieces versammelten Arbeiten thematisieren elementare technische und formale Eigenschaften der (analogen) Fotografie. Die Bilder leugnen ihre Medialität nicht, vielmehr öffnen sie ihren Horizont über die „Rhetorik des Realen“ (Sören Grammel) hin zu Fragen inwieweit z.B. der jeweilige Blickwinkel des Betrachters, unsere forschende oder gleichgültige Einstellung oder auch der Titel einer Arbeit darüber bestimmen, was wir sehen.

Heinrich Mathes lebt und arbeitet in Bregenz und Wien.

Karin Arnold

ist die Tochter des früheren Besitzers und Tischlermeisters Arthur (Turli) Siegl.  „Es freut mich, dass ich in der ehemaligen Werkstatt von Papa ausstellen darf. Ich habe dank der Initiave einer Freundin, die mich vor ca. 7 Jahren zu einem Aquarellkurs mitnahm, die Freude am Malen entdeckt. Zwischenzeitig male ich hauptsächlich Acrylbilder. Ich finde es sehr spannend, in verschiedenen Techniken und mit verschiedenen Materialien zu experimentieren. Dazu habe ich mehrere Kurse im In- und Ausland besucht.“

 

 

USGNUTZT-PROGRAMM

 

Freitag 9. Juni 2017

10.00
Leerstands-unit, Spaziergang mit einer Schulklasse

19.00
Impulsvorträge und Diskussion

21.00
Konzert „The good old curly tales“

 

Samstag  10. Juni 2017

11.00
Vernissage: Kunscht im Kear
Konzert „Kontakt-Chor“

17.00
Runder Tisch, Leerstands-Perspektiven

 

Sonntag 11. Juni  2017

11.00
Jane‘s Walk,  Spaziergang ins Wohngebiet

14.00
Ernte: usgnutzt was bleibt?

 

 täglich bis 22 Uhr

Ausstellungen

 

 

BLOCKSANIERUNG RINNBÖCKSTRASSE

Ein Konzept für das Blocksanierungsgebiet in der Rinnböckstraße in Wien Simmering sieht die Gestaltung wichtiger Achsen und verschiedenen Hotspots vor. Die Lebensqualität, der Aufenthalt im Freien und die Verkehrssicherheit im Gebiet könnte damit nachhaltig verbessert werden. Die Ideen wurden der Bezirksvorstehung präsentiert.

>2010
Rinnböckstraße in 1110 Wien

für Architekt DI Huber ZT-GmbH
im Aufrag des wohnfonds_wien